Ein bißchen Kribbeln im Bauch bei der Startvorbereitung – und dann laufen, laufen, laufen ... schon nach wenigen mutigen Schritten schweben Sie lautlos Ihrem Traum vom Fliegen entgegen.
Gleitschirmfliegen ist die modernste und am weitesten verbreitete Art aus eigener Kraft vom Boden aus zu fliegen.
Der Gleitschirm
Der Gleitschirm ist leicht zu transportieren, leicht zu starten und leicht zu landen. Er ist aus reißfestem Nylon (Rip-Stop), an dem der Pilot an zahlreichen HMA (High-Molekular-Aramid) Leinen hängt. Der Gleitschirm füllt sich beim Start mit Luft wie eine überdimensionale Luftmatratze und erhält durch die Leinenverknüpfungen mit dem Pilot & seinem Passagier die nötige Stabilität. Der Pilot und der Passagier sitzen in bequemen, mit Protektoren versehenen Sitzen und sind mit Sicherheitsgurten gesichert. Mit einem Gleitschirm segelt man wie ein Vogel in der Thermik der Luft. Mit ihm ist es möglich viele Stunden wie ein Adler nach oben zu kreisen und in der Luft zu gleiten. Selbst Überlandflüge, sog. Streckenflüge von mehreren Kilometern sind möglich.
Für unsere Passagierflüge verwenden wir bewährte Tandem-gleitschirme und Sitze mit unterschiedlichen Größen je nach Gewicht der Passagiere.
Ist Gleitschirmfliegen dasselbe wie Fallschirm-springen?
Oh nein, auf keinen Fall. Fallschirme sind für den freien Fall aus einem Flugzeug entwickelt und bremsen den Fall auf die Erde zu. Dagegen starten Gleitschirmflieger zu Fuß von einem geeigneten Berg, wobei der Gleitschirm gleich fliegt; falls der Gleitschirm sich nicht sofort öffnet, kann der Startablauf problemlos gestoppt werden. Da Gleitschirme nicht der hohen Beanspruchung eines freien Falls wie beim Fallschirmspringen ausgesetzt sind, sind Gleitschirme leichter und aerodynamischer konstruiert. Gleitschirme gehen eher nach oben als nach unten. Durch die Steuerleinen können Gleitschirme gelenkt und die Fluggeschwindigkeit entsprechend der Thermik bestimmt werden.
Ist es schwierig mitzufliegen?
Tandem–Gleitschirmfliegen ist die einfachste Art sich den Traum vom Fliegen zu erfüllen. Wir fahren gemeinsam mit der Seilbahn zum Startplatz, breiten den Gleitschirm aus und legen das Gurtzeug mit Doppel-Sitz an. Der Pilot gibt eine ausführliche Einweisung und zählt dann rückwärts 3-2-1 und mit wenigen entschlossenen Schritten den Hang hinunter hebt der Schirm das Tandemteam (Gespann) in die Luft. Es gibt also keinen freien Fall oder einen Sprung von oder über eine Klippe. Start und Landung sind eher langsam und sanft. Wenn sie in der Luft sind, sind meisten Leute erstaunt wie ruhig und schwerelos das Gleitschirmfliegen ist. Auch Schwindelgefühle treten selten auf, da kein Gefühl des freien Fallens vorhanden ist. Sie genießen Ihren Flug in einem bequemen Sitz mit Sicherheitsgurten und können Berg und Tal aus der Vogelperspektive betrachten. Die Landung ist einfach. Der Schirm wird auf Landegeschwindigkeit abgebremst. Sie richten sich (bei geschlossenem Sicherheitsgurt) im Sitz auf, wie wenn sie von einem Stuhl aufstehen und machen wieder ein paar Schritte und die Erde hat Sie wieder.
Welche Kleidung wird benötigt?
Da die Temperatur in der Höhe kühler ist als im Tal sollten Sie sich wie für das Hochgebirge kleiden:
Wanderstiefel mit hohem Schaft zum Schutz der Knöchel,
Jeans im Sommer, Thermohose im Frühjahr, Herbst und Winter,
warmer Anorak,
Handschuhe,
Sonnenbrille,
Stirnband/Mütze.
Wie sicher ist Gleitschirmfliegen?
Die Fluggeräte selbst sind außerordentlich sicher. Dem Laien erscheint die Konstruktion eines Gleitschirmes mit seinen dünnen Leinen und dem leichten Segel filigran und wenig stabil. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Bei den Musterprüfungstests des DHV (Deutscher Hängegleiterverein – ist die TÜV Instanz für Gleitschirme) müssen alle Bauteile eines Gleitschirms mindestens der achtfachen Belastung des Normalfluges standhalten. Gegenüber den im Flugbetrieb maximal auftretenden Extrembelastungen besteht eine dreifache Sicherheitsmarge. Das ist mehr als die in der Luftfahrt übliche doppelte Belastungsreserve. Unfälle durch Materialversagen sind demzufolge beim Gleitschirmfliegen praktisch unbekannt.
Seit Mitte der Neunziger Jahre hat sich die Entwicklung neuer Gleitschirme sehr stark am wachsenden Sicherheitsbedürfnis der Piloten orientiert. Dies gilt auch für die Gurtzeuge und Rettungsfallschirme. Der DHV hat durch strenge Prüfvorschriften, die für alle Gleitschirme, Gurtzeuge und Rettungsfallschirme gelten, dafür gesorgt, dass Gleitschirmfliegen heute die sicherste Flugsportart ist. Das Flugverhalten eines Standardgleitschirms ist heute sehr sicher, stabil und fehlerverzeihend. Moderne Rettungsfallschirme - Pflichtausrüstung bei allen Flügen - sorgen dafür, dass der Pilot im Falle einer extremen Notsituation sicher und im Normalfall verletzungsfrei auf dem Boden landet.
Flugsicherheit ist ein Zusammenspiel von guter Ausbildung, guter Ausrüstung - die dem Können des Piloten angepasst sein muss - und besonnenem Handeln des Fliegers. Der DHV setzt seine ganze Kraft und Kompetenz ein, um die beiden ersten Voraussetzungen ständig weiter zu verbessern. In enger Zusammenarbeit mit den Flugschulen, Fliegervereinen und Herstellern ist ein hohes Sicherheitsniveau erreicht worden. Wohl auch deshalb ist Gleitschirmfliegen die beliebteste Luftsportart in Deutschland geworden. |